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Forschung & Studien · Peptid-Wissen

Melanotan 1 (Afamelanotide): MC1R-Agonist und Melanogenese im Forschungsüberblick

Von der Pepsora-Redaktion · · zuletzt geprüft · 2 Min. Lesezeit

Melanotan 1 (auch Afamelanotide oder NDP-α-MSH) ist ein synthetisches 13-Aminosäuren-Peptid mit der CAS-Nummer 75921-69-6 und einer Molmasse von 1646,9 Da. Es ist das Analogon [Nle⁴,D-Phe⁷]-α-MSH des körpereigenen α-Melanozyten-stimulierenden Hormons; die Sequenz lautet Ac-Ser-Tyr-Ser-Nle-Glu-His-D-Phe-Arg-Trp-Gly-Lys-Pro-Val-NH₂. Der Austausch von Methionin durch Norleucin (Nle⁴) und von L- gegen D-Phenylalanin an Position 7 erhöht Stabilität und Bindungsaffinität zum Melanocortin-1-Rezeptor.

Was ist Melanotan 1 und wie unterscheidet es sich von Melanotan 2?

Melanotan 1 ist ein selektiverer Agonist als Melanotan 2: Während MT-2 breiter an mehreren Melanocortin-Rezeptoren (u. a. MC1R, MC3R, MC4R) ansetzt, ist die Forschung zu Melanotan 1 stärker auf den MC1R der Hautmelanozyten und damit auf die Melanogenese fokussiert. Als Afamelanotide ist die Verbindung pharmakologisch am besten charakterisiert – unter anderem in Studien zur Photoprotektion bei erythropoetischer Protoporphyrie (EPP).

Welche molekularen Mechanismen vermitteln die Wirkung von Melanotan 1?

Melanotan 1 bindet an den MC1-Rezeptor, einen G-Protein-gekoppelten Rezeptor auf Melanozyten. Die Aktivierung steigert über die Adenylatzyklase den cAMP-Spiegel und damit die Transkription von Tyrosinase – dem Schlüsselenzym der Eumelanin-Synthese. Die Nle⁴-Substitution schützt vor oxidativem Abbau, die D-Phe⁷-Substitution verlangsamt die enzymatische Spaltung; zusammen ergibt das eine deutlich höhere Potenz als beim nativen α-MSH.

Welche Studien gibt es zu Melanotan 1 (Afamelanotide)?

Die superpotente Analogstruktur [Nle⁴,D-Phe⁷]-α-MSH wurde erstmals von Sawyer et al. (1980, PNAS) beschrieben. In der klinischen Forschung ist Afamelanotide vor allem in der Indikation EPP dokumentiert: Langendonk et al. (2015; PMID: 26132933) berichteten im New England Journal of Medicine über eine verbesserte Lichttoleranz. Damit zählt Melanotan 1 zu den am gründlichsten untersuchten Melanocortin-Analoga.

Wie wird Melanotan 1 im Forschungskontext korrekt rekonstituiert?

Melanotan 1 wird als lyophilisiertes Pulver geliefert:

  1. Das Vial auf Raumtemperatur kommen lassen.
  2. Bakteriostatisches Wasser langsam an der Glaswand entlang zugeben – nicht direkt auf das Pulver.
  3. Vorsichtig rollen statt schütteln, bis die Lösung klar ist.
  4. Gekühlt (2–8 °C) und lichtgeschützt lagern.

Das lyophilisierte Pulver ist langfristig bei -20 °C zu lagern. Alle Angaben dienen ausschließlich Forschungs- und Laborzwecken.

Wie ordnet sich Melanotan 1 in die Melanocortin-Forschung ein?

Melanotan 1 dient als Modellsubstanz für die selektive MC1R-Aktivierung. Verwandte Steckbriefe finden sich im Melanotan-1-Steckbrief sowie im Peptid-Lexikon; das Produkt ist auf der Melanotan-1-Produktseite beschrieben.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Melanotan 1 und Melanotan 2? MT-1 wirkt selektiver am MC1R (Melanogenese-Fokus), MT-2 aktiviert breiter mehrere Melanocortin-Rezeptoren. Wofür ist Melanotan 1 bestimmt? Ausschließlich für die Laborforschung. Nicht zur Anwendung am Menschen oder Tier, nicht zu diagnostischen oder therapeutischen Zwecken.

Dieser Beitrag dient ausschließlich Forschungs- und Informationszwecken. Die beschriebenen Verbindungen sind nicht für die menschliche Anwendung bestimmt.

Ausschließlich für Forschungs- und Laborzwecke. Nicht zur Anwendung am Menschen oder Tier bestimmt. Abgabe nur an Personen ab 18 Jahren. Dieser Artikel fasst Forschungsergebnisse zusammen und ist keine Anleitung zur Anwendung.

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